Stadtmuseum Sankt Pölten

Die Eröffnung des Stadttheaters vor 200 Jahren

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Vorhang auf: 200 Jahr-Jubiläum zur Eröffnung des Stadttheaters

Vor 200 Jahren, am 26. Dezember 1820, wurde das neue Theaterhaus in St. Pölten mit einem rauschenden Ball eröffnet.  Schon am darauffolgenden Tag wurde mit einem reichen Programm an Vorstellungen begonnen, darunter Aufführungen wie die „Großmama“, „Adelheit von Burgau“, „Eduard in Schottland“, die „Unvermählte“, „die Verwandtschaften“, „der Hausdoctor“ und das „Tournier zu Kronstein“. Die „Wiener allgemeinen Theaterzeitung“ dient hier als hervorragende Quelle zu dieser Eröffnungszeit des St. Pöltner Theaters. In den Ausgaben vom 20. Jänner und 27. Jänner 1821 werden den Theaterliebhabern ausführliche Berichte, durchaus auch mit kritischer Note, zu  diesem Auftakt des Aufführungsreigens geboten. Besonders lobende Erwähnung findet in beiden Beiträgen die Schauspielerin Madame Ferrari.

Wiener allgemeine Theaterzeitung, 20. Jänner 1821

St. Pölten. Wer die Lage und die Verhältnisse eines nicht sehr volkreichen Städtchens näher erwägt, wird gewiß durch den Eintritt in unser neu erbautes Ball- und Schauspielhaus freundlich überrascht. Dieses Gebäude verdankt sein Entstehen dem gemeinsamen Zusammenwirken der Einwohner des Ortes, welches nur durch rege Thatigkeit und energische Kraftanwendung zu so schönen Früchten gedeihen konnte. Es ist bis jetzt das Eigenthum der Gesellschaft des Theaterbaues, und wird abwechselnd zu theatralischen Vorstellungen und Bällen benützt“

Wiener allgemeine Theaterzeitung, 27. Jänner 1821

„Am 26. Dezember hatte die Eröffnung mittelst eines sehr besuchten Balles statt, und am 27. Dezember begann der dramatische Kranz mannigfaltiger Vorstellungen sich vor unsern Augen zu entfalten; dufteten auch diese Blumen nicht immer gleich lieblich, ritzte auch mancher Dorn, das an reine, zartere Genüsse verwöhnte Gemüth, so wäre es doch undankbar, nicht die einzelnen erfreulichen Erscheinungen hervorzuheben, und mit Schonung auf jenes aufmerksam zu machen, was Fleiß und guter Wille leicht zu verbessern vermag.“

„Unter den Stücken, welche vier Mahl die Woche hindurch, seit der Eröffnung gegeben wurden, zeichneten sich besonders die „Großmama“, „Adelheit von Burgau“, „Eduard in Schottland“, die „Unvermählte“, „die Verwandtschaften“, „der Hausdoctor“, und das „Tournier zu Kronstein“, aus. Die Perle der Gesellschaft ist unstreitig Mad. Ferrari, in glücklicher Darstellungsgabe gefühlvoller Declamation und richtigem Costüme; ihre Leistungen als Großmama, Mutter in den Verwandtschaften, und Pförtnerinn in den Kreutzfahrern gehören nicht zu den alltäglichen.“

In dieser frühen Phase des Theaters konnte man nicht nur Theateraufführungen genießen, das Theaterhaus diente auch als Ort von Konzerten, Ball- und Tanzveranstaltungen. Als Pächter und Theaterdirektor fungierte in dieser Anfangszeit Leopold Hoch.

Die "Wiener allgemeine Theaterzeitung" ist online abrufbar unter: https://anno.onb.ac.at

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