Stadtmuseum Sankt Pölten

Bilder

Theater Krisenzeiten Teil 2_1.jpgTheater Krisenzeiten Teil 2_2.jpgTheater Krisenzeiten Teil 2_3.jpgTheater Krisenzeiten Teil 2_4.jpgTheater Krisenzeiten Teil 2_5.jpgTheater Krisenzeiten Teil 2_7.jpg

Die Krisenzeiten - Das Theater 1927-1945

Im Zeitraum von 1927/1928 musste das Theater wieder geschlossen werden und ab 1929 waren die goldenen Jahre endgültig vorbei, das Theater wurde nicht mehr durchgehend bespielt. Auch die 1930er Jahre waren von Krisenzeiten geprägt, in den Jahren 1931-1933 musste das Stadttheater wiederum schließen, erst 1935 erfolgte eine Wiedereröffnung. Richtig erholen konnte sich der Theaterbetrieb jedoch nicht, bis 1938 wurden ausschließlich Gastspiele gezeigt.

Der Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 und der Ausbruch des 2. Weltkrieges bedeuteten eine Zensur für die Eigenständigkeit des Theaters. Die NS-Organisation „Kraft durch Freude“ übernahm den Theaterbetrieb, zeitgleich wurde ein Zweckverband ins Leben gerufen, in dem alle Orte Niederösterreichs zusammengefasst waren, die ein Theater besaßen und dieses auch bespielen wollten. Neben dem Zweckverband wurde auch die „Gaubühne Niederdonau“ gegründet, die ihren Sitz in Baden hatte und die das Stadttheater von nun an bespielen sollte. Ein Großteil der Requisiten, der Kulissen und auch Bühnenmöbel wurden aus dem Theater entfernt und nach Baden abtransportiert. Die St. Pöltnerinnen und St. Pöltner und versuchten mit allen Mitteln die Eigenständigkeit des Theaters zu erhalten, man weigerte sich auch lange dem Zweckverband beizutreten. Nach Intervention des Gauleiters Hugy Jury musste St. Pölten diese Bestrebungen jedoch aufgeben. Während des Krieges geriet das Theater immer mehr in finanzielle Schwierigkeiten, da die Sprechstücke nur schwach besucht waren. Im Sommer 1941 entschied der NS-Oberbürgermeister Emmo Langer, keine Gastspiele von Sprechstücken mehr aufzuführen, sondern die beliebten Operetten wieder in den Spielplan aufzunehmen. Der Spielplan unterschied sich in der NS-Zeit weniger in der Auswahl der Stücke, aber massiv darin, dass keine Werke jüdischer Dichter oder Komponisten aufgeführt werden durften.

Nach dem Ende des Krieges bestellte Bürgermeister Käfer den Postbediensteten und Laienschauspieler Alfred Spiller als Direktor für die Theatersaison 1945/196 und 1946/1947. Der neue Direktor war mit massiven Schwierigkeiten konfrontiert. In den letzten Kriegstagen wurde das Theater von der SS als Quartier- und auch Lagerraum zweckentfremdet und war nach Kriegsende 1945 auch durch einen Bombentreffer, der das Dach massiv beschädigte, in einem katastrophalen Zustand. Soldaten der russischen Besatzungsmacht nutzten die Bühne als Koch-bzw. Lagerfeuerstelle, was zu einem Brand führte, den Direktor Spiller und Theatermeister Schuster in den frühen Morgenstunden löschen mussten. Bei ersten Renovierungsarbeiten wurde auch zahlreiches Kriegsmaterial gefunden, und die Schauspielergarderobe musste nach der Nutzung als Pferdestall gereinigt werden. Am 11. Juli 1945 eröffnete Direktor Spiller seine erste Spielsaison mit der Operette „Die Czardasfürstin“, die bis ins Frühjahr 1946 noch an 24 weiteren Abenden zu sehen war. Die ersten Vorstellungen fanden jedoch unter freiem Himmel über der Bühne statt, da das stark beschädigte Dach noch nicht renoviert werden konnte.

Museumsgütesiegel

Freunde aus Freude

Freunde

Suche Ende

Anfahrt/Route

Google Map
Suche Ende
 
Stadtmuseum Sankt Pölten
Prandtauerstraße 2, 3100 St. Pölten