Stadtmuseum Sankt Pölten

Die Krisenzeiten Teil 1

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Die wechselvolle Geschichte des St. Pöltner Theaters war auch immer wieder durch tiefgreifende Krisenzeiten geprägt.

Schon 1847/48, 27 Jahre nach der feierlichen Eröffnung, geriet das Theater in finanzielle Schwierigkeiten, die zu einer Schließung in dieser Saison führten. Die Stadt St. Pölten kaufte die Theateraktien auf, wurde Eigentümer und konnte auch auf die Bestellung der Direktoren Einfluss nehmen. Einem kurzen Aufschwung folgten wieder herausfordernde Jahre, das Theatergebäude wurde 1866/67 als militärisches Notquartier verwendet, wohl als direkte Auswirkung des Deutsch/Preußisch-Österreichischen Krieges. 1874  Jahren wurden Stimmen der Mitglieder der Gemeindevertretung laut, die eine Renovierung des baufällig gewordenen Theaters forderten. Es wurde ein Theaterkomitee gegründet, das dem Notstand des Theaters entgegenwirken sollte. Den traurigen Zustand des Theaters beschreibt Alois Haider anschaulich in seiner Dissertation (Alois Haider, Die Geschichte des Stadttheaters St. Pölten von 1820-1975, Wien 1978, S. 14-15):

„[…] Und es war auch an der Zeit, denn das Theater befand sich in einem erbärmlichen Zustand. Die Bühne verwahrlost und verstaubt, die Dekorationen und Requisiten, soweit überhaupt vorhanden, verblichen, vermorscht und beschädigt, der Zuschauerraum bis zur Unkenntlichkeit verschmutzt und verrußt. Nur mehr ganz wenige, durch Abnützung, Witterung und Staub verblichene Prospekte und Kulissen waren vorhanden. Bühnenmöbel und brauchbare Versetzstücke waren fast gänzlich abhandengekommen.“

Trotz aller Bemühungen konnte aus finanziellen Gründen die dringend nötige Renovierung nicht vorgenommen werden. Der Ringtheaterbrand 1881 in Wien hatte auch massive Auswirkungen für das St. Pöltner Theater. Als Reaktion auf den Brand wurden strenge Brandschutzvorschriften erlassen, die mit hohen Kosten verbunden waren und für viele kleinere Theatereinrichtungen nicht leistbar waren. Die Mehrheit im Gemeinderat sprach sich daher für eine Schließung aus. Das Theater wurde leergeräumt und nur noch für Ball- und Tanzveranstaltungen genutzt.

Ab 1886 wurde die Theaterunterhaltung wieder aufgenommen, jedoch gestalteten sich die Aufführungen sehr provisorisch und einfach, zum einen weil es im leeren Saal an jeglicher Technik fehlte und zum anderen weil man auch den Begriff „Theater“ aufgrund der fehlenden Umsetzung der Brandschutzvorschriften vermeiden wollte. Erst ab 1892 wurde das Theatergebäude einer völligen Neurenovierung unterzogen und konnte in neuem Glanz wiedereröffnet werden. Die Bühne und der Orchesterraum wurden beträchtlich vergrößert, der Zuschauerraum bot nun Platz für 500 Theaterbegeisterte.

Der Neubau brachte natürlich einen Aufschwung, jedoch bedeutete der Ausbruch des 1. Weltkrieges einen massiven Einschnitt im Leben der Menschen. Die zahlreichen Wohltätigkeitesvorstellungen zeugen von der Not in den letzten Kriegsmonaten.

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